Montag, 4. Mai 2015

Nach dem E-Book Event 2015

von Kueperpunk Korhonen

Merlin Thomas Lesung in Barloks Kulisse

Christian Günthers Lesung in Cyhtleens Bühnenbild

Und Jens-Philipp Gründler vor der Beyond Affinity Zentrale

Tom Dauts Performance in der Mega-Kulisse

Anja Bagus liest aus "Mission Hoffnung"
Trügerische Idylle gebaut von Barlok für die Horrorlesung



Wenn ich meine eigenen Postings über unsere Veranstaltungen durchlese, erwische ich mich oft bei Formulierungen wie: „Wir hatten alle großen Spaß“. Das ist glücklicherweise so, reicht als Feedback aber allenfalls für den persönlichen Rückblick aus. Schauen wir also noch einmal etwas genauer auf das Brennende Buchstaben E-Book Event 2015.

Zunächst wollen wir die Zahlen betrachten.
Die maximale Besucherzahl einer Lesung lag bei 35 Gästen, die geringste bei 17, wobei ich weder bei der einen, noch der anderen nachträglich verraten werde, wer sie erreicht hat.
Diese Zahl sagt auch garantiert nichts über die Qualität des Werkes oder des Vortrages aus, denn die konnte das Publikum ja im Vorfeld gar nicht kennen. Es gibt uns allenfalls einen Hinweis darauf welche Themen (momentan) beim Publikum auf mehr Interesse stoßen.
Am gestrigen Sonntag verfolgten insgesamt mehr als 30 Zuschauer die Auftritte von Judith Vogt und Tom Daut. Die durchschnittliche Besucherzahl über vier Wochen lag bei 25 Avataren.
Interessant für mich ist dabei, dass es sich aber nicht immer genau dieselben maximal 35 Stammgäste handelt, sondern dass sich diese Zahlen aus vielen neuen Besuchern zusammensetzen, die sich eigens für die Lesung registriert hatten.
Wir bemerken sie immer als grüne Punkte auf der Landkarte. Ein Blick ins Profil offenbart meistens ein Registrierungsdatum am selben Tag. Wir versuchen dann nach Möglichkeit Kontakt zu diesen Avataren aufzunehmen.  Es kann etwas knifflig werden, die Voice Funktion zu aktivieren. Enttäuschte Besucher mit Technikproblemen würden sich wundern, was an so einer Versammlung bei völliger Funkstille interessant sein soll.
In diesem Jahr waren viele Neu-Avatare anwesend, die jeweils für eine ganz bestimmte Lesung registriert und eingeloggt worden waren. Da hatte einer den Roman bereits gelesen und wollte jetzt die Live-Lesung nicht verpassen.  Ein anderer war schon seit Jahren in SL aktiv und konnte kaum fassen, dass Tom Daut, den er von einem Con kannte, so richtig live im Cyberspace auftreten würde. Wieder andere waren durch Blogpostings oder Forums-Threads auf die Veranstaltungen aufmerksam geworden. Und ein Autor brachte seine Eltern mit online. Fanden wir ganz großartig.
Wenn wir also von einem Maximalwert von 35 Besuchern bei einer Lesung reden, dann behalten wir im Hinterkopf, dass die Gesamtzahl der Besucher insgesamt deutlich darüber lag.
Soviel zur Statistik.

Für uns wesentlich spannender ist das Feedback zu den Veranstaltungen. Mittlerweile berichten einige Blogger mit großer Regelmäßigkeit über jede einzelne Lesung. Das Echo in den sozialen Netzwerken hat sich – es kann natürlich sein, dass ich mir das nur einbilde – verändert. (Wenn wir mal vom obligatorischen „Haha, ich habe schon mit meinem ersten Leben genug zu tun.“ absehen.)
Es klingt nicht mehr so wie: „Ja ja, SecondLife Lesungen, wer soll Dir da zuhören? Da ist doch niemand mehr.“
Daraus ist nun ein „Probier das ruhig mal aus. Man glaubt es nicht, aber das funktioniert wirklich und macht Spaß!  Die lassen sich da was einfallen“ geworden. (Tut mir leid, der Spaß hat sich wieder eingeschlichen!

Georg Sandhoff hatte vor einiger Zeit eine Blogparade zum Thema „Können Selfpublisher kooperieren“ initiiert. (Siehe auch Blogposting unten!) So eine Kooperation können wir bei virtuellen Lesungen erleben, wenn Autoren aus verschiedenen kleinen Verlagen oder eben Selbstverleger nicht nur nacheinander, sondern auch nebeneinander lesen. Das Publikum hat Spaß daran, wenn begabte Vorleser gemeinsam in verteilten Rollen Kapitel des Einen oder Anderen aufführen.
Dazu haben wir noch einige Ideen. Die szenischen Lesungen, also die mit verteilten Rollen, sind wieder besonders gut angekommen.

Die Brennenden Buchstaben haben in ihrem Lesungsprogramm ein leichtes Übergewicht in Richtung Fantastik. Das liegt daran, dass der Küper in dieser Ecke besonders viele Autoren, Herausgeber und Verleger kennt.
Als altem Con-Besucher und Vorleser fällt mir deswegen auch etwas auf:
Wer auf Conventions liest, wird sich grundsätzlich immer über Lesungen mit mehr als 20 Zuhörern freuen. Meistens jedoch wird diese Marke nicht erreicht. 
Bei virtuellen Genre-Lesungen kann man durchaus auch über 30 Zuhörer erreichen. (Den Rekord hält Anja Bagus mit ihrer Halloween Lesung 2014 und der technischen Maximalzahl für unsere SIM)  von 50 Besuchern!) 
Im Cyberspace sind es nicht die üblichen Verdächtigen, die man schon von den Cons her kennt. Es sind Zuhörer, die sich fürs Genre interessieren, aber die bekannten Genre/Veranstaltungen im realen Leben nicht besuchen. Neues Publikum für neue Autoren.

Am meisten freuen wir uns natürlich auch diesmal darüber, wenn man späteren Kommentaren der Vorleser ansieht, dass sie immer noch strahlen.
Ja, ich weiß, es tut mir ja auch leid, es zu erwähnen,...aber, nun ja... es liegt nun mal daran, dass sie dabei so viel Spaß hatten.

Noch einmal unser Dank an Barlok Barbosa, Bastian Barbosa und das Team des SL Planetariums, Buktom Bloch, Clairediluna Chevalier,  Cyhtleen und Romena Stars, Michael Iwoleit und Markus Gersting, Nidatine und Seraphim Nirvana, Sabine Schäfers und Jan-Tobias Kitzel und natürlich Wilfried Abels, die uns durch Bühnenbilder, Fotos, Audio- und Videomitschnitte, Blogpostings und zur Verfügung Stellen ihrer Grundstücke unterstützt haben.
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