Montag, 15. November 2010

BookCrossing in SL

von Murmel Morani

Nachdem Second Life nun viele Monate ohne (deutsches) BookCrossing auskommen musste, hat sich ein Bücherliebhaber aus Hannover der Sache angenommen und als Cal Hifeng eine OBCZ eröffnet. Die Großbuchstaben stehen für Official BookCrossing Zone und lassen sich praktischerweise ohne Veränderung ins Deutsche übertragen: Offizielle BookCrossing Zone .
Was aber ist eine OBCZ? Das ist einfach ein beliebiger öffentlicher Raum - sinnvollerweise regengeschützt - ,der sich dafür eignet, Bücher zu beherbergen. Klassisch kommen dafür Cafés und Eisdielen infrage, aber auch Telefonzellen oder Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Läden oder, oder, oder... Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Die Büchr müssen bei BookCrossing registriert sein, was bedeutet, dass sie eine BCID (BookCrossing Identification Number) erhalten haben. Damit ist ihr Weg von Leser zu Leser im Internet verfolgbar, ohne dass jedoch die Lesenden ihre Anonymität preisgeben müssen.
BookCrossing ist in SL nicht neu. Englisch- und italienischsprachige Gruppen zum Beispiel sind da aktiv. Erfreulich, dass nun die deutschen BCler wieder eine Anlaufstelle in Second Life haben.


Die gestalterischen Möglichkeiten von SL wurden bei der Errichtung der OBCZ, die hier auch BookCrossing-Info-Center ist, sicher nicht genutzt. Es ist vor allem eins: RIESIG. Die Erklärungen, die man per Klick auf Buchobjekte oder beim Lesen der Infotafeln erhält, sind übersichtlich und gut verständlich. Der ansonsten ein wenig lieblos gestaltete Ort inmitten von großen aufgeschaufelten Bergen - das heißt aufgetürmtem virtuellen Erdboden - lädt weder zum Verweilen, noch zum Umschauen ein. Vielleicht arbeiten die Betreiber ja noch daran und man kann in Zukunft dort auch einen optisch ansprechenden Treffpunkt vorfinden.
Die 10 L$, die fällig werden, wenn man einen Bücherwunsch anmeldet, werden zurückerstattet. Sinn der "Schutzgebühr" ist, dass nicht die Leute in die Röhre gucken, die tatsächlich ein Buch zugschickt bekommen wollen, wenn Leute, denen es damit nich ernst ist, aus Scherz eine Anmeldung losschicken. Sogar das Porto versprechen die OBCZ-Betreiber im Bedarfsfall zu übernehmen. Wer das Projekt unterstützen möchte, sollte das natürlich nicht in Anspruch nehmen. Denn wie bei vielen SL-Projekten ist auch BookCrossing gemeinnützig, und ein Gewinn - außer vielleicht einem gewissen Spaßfaktor - ist weder beabsichtigt, noch zu erwarten.


Die OBCZ in Scond Life

Die deutsche BookCrosser-Seite
Was ist BookCrossing? Artikel auf wikipedia

Dafür sind virtuelle Riesenbücher auch nutzbar: Zum Sonnenbaden. Zumindest, wenn man als Tiny-Murmeltier durch SL läuft.
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