Dienstag, 2. Februar 2010

Archäologie in Second Life

von FirleFanz Roxley

Dieser Ort in der Türkei ist archäologische Ausgrabungsstätte und gibt den Blick frei auf das Leben vor mehreren tausend Jahren. Die an der Ausgrabung beteiligten Wissenschaftler von der University of California in Berkeley lassen sich bei ihrer Arbeit auf die Finger gucken: Der Nachbau der Ausgrabungsstätte, der freigelegten Gebäude und Gegenstände in Second Life erlaubt ein Nacherleben in 3D - anschaulicher als Fotos und lehrreicher es die Beschreibungen in Schulbüchern vermögen.

Die Reporterin der BRENNENDEN BUCHSTABEN FirleFanz Roxley kommt mit dem Firmenwagen in Catalhüyük an.

Die Tour startet am Kiosk, wo Eis und Getränke erhältlich sind. Alles noch sehr unspektakulär modern.

Ortseingangsschild und erste Informationen in türkisch und englisch.

Beginn der Tour in karger Gegend.

Blick in die Vergangenheit: Alltagsleben vor rund 9.000 Jahren.

Blick ins Innere

Alltagsgegenstände

Feuerstelle

In solchen Häuschen haben Menschen in der Gegend der heutigen Türkei (Anatolien) etwa vom Jahr 7000 bis 5000 v. Chr. gelebt. Bienenwaben gleich wurden sie aneinander und übereinander geschachtelt zu einem großen Wohngebilde.

Blick von oben in eine der begehbaren Behausungen, hier mit aufgeschnittener Decke.

Gefahrenhinweise für Besucher.

Hier wird gearbeitet.

Auch Feuer wird realistisch nachgestellt.

Das ausgegrabene Objekt - von den Archäologen "Gebäude 77" genannt - ist hier der Anschaulichkeit wegen frontal aufgeschnitten. Wenn eines der Wohngebäude abbrannte, wurde auf den Trümmern das nächste errichtet. So enstand im Laufe von etwa 1000 Jahren der Hügel von Catalhüyük.

Ein- und Ausstieg erfolgen über die Dachluke. Fenster und Türen sind nicht vorhanden.

Die weißen Wände reflektieren das Licht, sodass die Räume auch ohne Fenster erhellt sind.

Überdimensionierte Avatare mit virtuellen zwei Metern Körpergröße werden es schwer haben, die kleinen Behausungen zu erklimmen. Man ist gut beraten, den Avatar auf eine angemessene Größe von weniger als einen Meter und sechzig zu schrumpfen. Länger waren Menschen damals nicht.

Alltagsleben in der Siedlung

Blick ins fruchtbare, wassererreiche Tal mit urzeitlichen Tieren, wie sie zu biblischen Zeiten gelebt haben.

"Join the party" - hier machen die Erbauer und Wissenschaftler Zugeständnisse an die Besonderheiten von Second Life: Eine menschen- bzw. avatarleere Sim nützt niemandem etwas. Also wird Publikum mit Musik und Unterhaltung angezogen. Das tut dem Projekt aber keinen Abbruch.

Detailtreue auch in Nebensächlichem macht diese Region besonders sehenswert.

Arbeitsplatz der Archäologen.

Eine Grabstelle

Eine Umgebungskarte zur besseren Orientierung.

Blick über die karge Ebene.

Wieder am Ortsausgang: Zeit für eine Erfrischung am (neuzeitlichen) Kiosk mit Eis und Cola.

Wer nun neugierig geworden ist und selber einen virtuellen Spaziergang durchs urzeitliche Dorf machen möchte, kann hier entlang fliegen.
Noch mehr Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es bei SPIEGEL online nachzulesen

Same article with English translation.
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