Montag, 13. Juli 2009

Theater in Second Life

von Zauselina Rieko




Am Sonntag, dem 12. Juli gab das George C. Dove Theatre auf dem Gelände der Rockcliffe University ein Theaterstück: Henrik Ibsens (1828 - 1906) "Die Frau vom Meer" (Originaltitel "Fruen fra havet").
Ibsen schrieb die Geschichte 1888 in München. Uraufführung war ein halbes Jahr später an zwei Orten gleichzeitig - in Oslo und Weimar. 1911 wurde es erstmals in den USA verfilmt ("The Lady from the Sea"). Dem Naturalismus verpflichtet übt der Norweger Ibsen darin Kritik an der eingeengten Lebenswelt und den reduzierten Entfaltungsmöglichkeitn der bürgerlichen Frau im 19. Jahrhundert. Naturwahrnehmung, die damals neuesten Erkentnisse der Wissenschaft, sowie die Überzeugung von der Eigenverantwortlichkeit des Individuums für das eigene Schicksal fließen in seine Stücke mit ein. Teilweise wurden die Aufführungen verschiedener Ibsen-Stücke verboten; im höheren Lebensalter wurden ihm dann Ehrungen zuteil.

Unter dem Avatar-Namen Mokey Mokusei hat die Regisseurin sich des Stoffs angenommen und in englischer Sprache eine Anpassung an die Besonderheiten des Internet-Theaters vorgenommen. In zeitgenössischen Kostümen agierten die SchauspielerInnen auf der Bühne des Theaters. Wechselnde Hintergrundbilder und Dekorationen machten den Kunstgenuss perfekt. Zwar war der Zuschauerraum nicht ganz gefüllt, aber wenn man die besondern Schwierigkeitn mit zu vollen Second-Life-Regionen bedenkt, ist die Anzahl der BesucherInnen gerade richtig gewesen. Mehr hätte wahrscheinlich wieder Abstürze und Ladeverzögerungen verursacht.


Kostüme und Mobiliar des 19. Jahrhunderts


Heranzoomen macht die Illusion einer Szene perfekt


Zoom


Szene


Und auch mit der 3D-Simulation der Technik hatte man sich Mühe gegeben: Hoch oben auf einer Empore agierten die Avatare, die für Ton und Licht sorgten.


Der erleuchtete Theaterraum
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